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Reiseverlauf


Rapido 890 F

  • Uwe Brock
  • Matthias Töpke
  • Günther Czech
  • Manfred Schulz
  • Andreas Janze

Fahrzeug von
Brock das mobile Freizeitzentrum


Zweite Etappe
Karte 1

Abfahrt gegen 22.00 Uhr aus Braunschweig, über Hannover, durch das Ruhrgebiet nach Aachen. Da es schon weit nach Mitternacht war, haben wir uns, kurz hinter der belgischen Grenze, in der Stadt Eupen einen Platz zum Übernachten gesucht. Auf dem Parkplatz eines Lidl Marktes haben wir dann einen geeigneten Platz gefunden.

Lidl Parkplatz in Eupen


Am nächsten Morgen war frühes Aufstehen erforderlich, da wir noch ein großes Stück der Reise vor uns hatten und auch den Parkplatz vor Geschäftsöffnung verlassen wollten. Auf der Autobahn angekommen, haben wir uns für die nächste Raststätte entschieden. Hier wurde dann nacheinander die Dusche der Raststätte (eine funktionsfähige) aufgesucht und anschließend im Mobil gefrühstückt.

Frühstück im Reisemobil

Anschließend durchquerten wir Belgien und fuhren zunächst in Richtung Paris. Nach ca. 100 km folgte dann ein Querstück über Amiens zur Küstenautobahn.

Zweite Etappe
Karte 2

Auf der Küstenautobahn über die Pont de Normandie, Caen und Bayeux zum deutschen Soldatenfriedhof in der Normandie in La Cambe.

Technische Überprüfung

Während einer Pause, kurz vor der Seinebrücke, wurde festgestellt, daß sich ein Kühlwasserschlauch an einer scharfen Kante fast durchgescheuert hätte. Der Mangel wurde provisorisch mit Klebeband beseitigt.


La Cambe

Zweite Etappe
Karte 3

Zunächst als amerikanisches Gräberfeld errichtet, wurden hier nach Umbettung der amerikanischen Gefallenen auf den neuangelegten Soldatenfriedhof St. Laurent-sur-Mer deutsche Gefallene von der Invasionsfront und den Kämpfen in Nordfrankreich umgebettet. Heute ruhen auf dieser Kriegsgräberstätte 21.222 deutsche Soldaten, in der Mehrzahl zwischen dem 6. Juni und dem 20. August 1944 gefallen. Viele von ihnen waren noch sehr jung: 17, 18, 19 oder 20 Jahre alt, Mitglieder der SS Division Hitlerjugend. Sie starben bei der Landung der Alliierten und den nachfolgenden Kämpfen in der Region.
1954 wurde im deutsch-französischen Kriegsgräberabkommen festgelegt, La Cambe zu einem von sechs deutschen Sammelfriedhöfen in der Normandie auszubauen.
Das Zentrum des Soldatenfriedhofes bildet ein fast sechs Meter hoher Tumulus, der als Kameradengrab 207 unbekannte und 89 namentlich bekannte Kriegstote aufgenommen hat. Auf seiner Spitze steht ein gewaltiges Basaltlavakreuz mit zwei Seitenfiguren.

La Cambe

Anfahrt La Cambe, Departement Calvados
Abfahrt von der Straße N 13 Bayeux ­ Cherbourg zum Ort La Cambe, dann Ausschilderung folgen, etwa 12 km vor dem Ort Isigny sur Mer, 26 km von Bayeux entfernt.

Campingplatz Vierville sur Mer



Vierville sur Mer

Nach der Besichtigung des Friedhofes benötigten wir ein Quartier für die Nacht. Auf einem Campingplatz in Vierville sur Mer haben wir einen schönen Stellplatz oberhalb der Steilküste gefunden.

Frühstück in Vierville sur Mer

Am nächsten Morgen wurde das Reisemobil etwas umgeparkt, damit wir das Frühstück, mit Baguette und Croissant vom Campingplatz, in dessen Windschatten einnehmen konnten.


Markt in Saint Mere Eglise

Die dritte Etappe führte uns zunächst nach Saint Mere Eglise auf der Halbinsel Cotentin. Nach der Ankunft stellten wir fest, daß wir zufällig den Wochenmarkttag gewählt hatten und wieder erwarten sogar noch ein kostenloser Parkplatz frei war. Auf dem Markt wurden allerlei leckere Sachen der Region sowie Kleidung und andere Artikel angeboten. Unser ausgiebiges Frühstück war zwar erst zwei Stunden her, aber einige konnten dem Geruch einer "Pommesbude" nicht widerstehen.

Puppe mit Fallschirm am Kirchturm


Am frühen Morgen des 6. Juni 1944, landeten Amerikaner der 82. US-Luftlandedivision  in Sainte-Mère-Église. Die Übernahme des Ortes gelang der 82. US-Luftlandedivision, bei der auch viele Springer der 101. US-Luftlandedivision  wegen eines Absprungfehlers teilnahmen.
In Ste-Mère Eglise geschah dem amerikanischen Fallschirmspringers John Steele vom 505. Fallschirmjägerregiment der 82. US-Luftlandedivision ein Mißgeschick. Er blieb mit seinem Fallschirm an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen und konnte sich nicht befreien, da der Kirchplatz heftig umkämpft war. Außer ihm blieb noch ein zweiter Soldat, der 17-Jährige Ken Russell, an der Kirche hängen. Von dort oben mußten sie mit ansehen, wie ihre Kameraden erschossen wurden. Russell berichtete später, daß der Sergeant John Ray sie retten wollte, als er bemerkte, daß es ein deutscher Soldat auf sie abgesehen hatte. Der deutsche Soldat schoß Ray in den Bauch, der, als er zu Boden fiel, dem deutschen Soldaten in den Hinterkopf schoß und somit die Leben der beiden Fallschirmjäger Steele und Russell rettete.

Dritte Etappe

Museum der Luftlandeeinheit

Am späten Abend des Vortages des D-Day genannten Tages der Invasion, starteten die ersten Flugzeuge des 9. US-Truppentransportkommandos zur Operation Boston. Sie setzten die Fallschirmjägereinheiten der 82. US-Luftlandedivision im Raum um Sainte-Mère-Église und St. Sauveur le Vicomte im Westen des Strandabschnittes Utah kurz nach Mitternacht ab. Fast gleichzeitig trafen unter dem Decknamen Operation Detroit die ersten 52 Gleitergespanne über dem Landegebiet ein und klinkten die Halteseile aus. Im Dunkel der Nacht und aufgrund der vielen Steinwälle und Hecken in diesem Gebiet gelang vielen Gleiterbesatzungen nur eine Bruchlandung. Zudem wurden etliche Gleiter von deutschem Flakfeuer getroffen.

Waco Lastensegler

Waco CG-4A, amerikanischer. Kampf- und Lastensegler. Während des Aufbaus der US-Luftlandetruppen wurden bis zum Invasionstag über 13000 Wacos als Standardmodell zum Schlepp durch die C-47 Skytrain des Troop Carrier Command gebaut. In das Fertigungsprogramm wurden zahlreiche Möbelfabriken eingeschaltet. Die Wacos beförderte bei max. 190 km/h Schleppgeschwindigkeit in ihrem Kastenrumpf 15 Soldaten einschließlich Pilot und Kopilot oder 8 Mann plus Jeep.

Douglas C-47 Skytrain

Die Douglas DC-3 ist ein Flugzeug der Douglas Aircraft Company, das in 10.655 Exemplaren im Original und in 4.937 in Lizenz gebaut wurde, von denen einige noch heute kommerziell eingesetzt werden. Einen hohen Bekanntheitsgrad in Deutschland erhielt die DC-3 als Rosinenbomber während der Berliner Luftbrücke.
Ihren Erstflug hatte die DC-3 am 17. Dezember 1935. Das Flugzeug zeichnete sich vor allem durch Sicherheit, Robustheit und hohe Wirtschaftlichkeit aus. Im Zweiten Weltkrieg kam die DC-3 als Transporter, Schleppflugzeug, Sanitätsflugzeug und Passagierflugzeug zum Einsatz. Bei den amerikanischen Streitkräften hatte es viele Namen und Bezeichnungen: C-47, C-49, C-50, C-52, C-53, C-68, C-84, C-117, Skytrain, Skytrooper.


Mont Saint Michel vom Festland

Anschließend führte diese Etappe an der Westküste der Normandie entlang über Saint Lô und Avranches zum Mont Saint Michel, dem eigentlichen Ziel unserer Reise. Hier fand in diesem Jahr die Produktpräsentation der Rapido Reisemobile der nächsten Saison statt.

Mont Saint Michel

Nach dem wir am Mont Saint Michel angekommen waren und die obligatorische Parkgebühr entrichtet hatten, wurden Günther und Manfred zu Ihrem Hotelzimmer begleitet.

Hotel Terrasses Poulard

Laut dem gelieferten Plan lag das Hotel direkt am Eingang des Klosterberges. Dort angekommen stellten wir fest, daß hier nur die Rezeption des Hotels war. Nach geringen Verständigungsproblemen drückte man uns die Zimmerschlüssel, den Eingangstürcode und eine Wegbeschreibung in die Hand. Nun begann der Aufstieg. Etwa 110 Stufen mußten wir, durch die engen Gassen, den Klosterberg erklimmen, bis wir endlich am Eingang des Hotels ankamen.

Treppenhaus im Hotel

Jetzt mußte nur noch der Türcode eingegeben werden und schon konnte der Aufstieg fortgesetzt werden. Nach weiteren 40 Stufen durch das, mit Porträts bekannter Hotelgäste verzierte, Treppenhaus erreichten wir das Hotelzimmer. Die beiden Hotelgäste, die immer noch nach Luft rangen, wollten sich nun erst einmal erfrischen. Gegen 17.30 Uhr wollten wir uns am Reisemobil treffen, um pünktlich zum Essen um 18.00 Uhr im Restaurant Relais Saint Mont Michel auf dem Festland zu erscheinen.

Im Restaurant Relais Mont Saint Michel

Das für 18.00 Uhr geplante Essen begann mit 2 Stunden Verspätung und wir hatten inzwischen ganz schön Hunger. Die Küche war mit ca. 350  Menues ganz schön am rotierten. Das Motto des Vier Gänge Menues war voraussichtlich "......in Teighülle versteckt".

Frühstück im Restaurant des Hotels

Der Abend endete in gemütlicher Runde und so gegen 1.00 Uhr haben wir uns dann auf den Weg zum Stellplatz bzw. ins Hotel gemacht. Gegen 6.30 war die Nacht plötzlich zu Ende, da ein übermotivierter Parkplatzwächter uns aus der ersten Reihe verbannte. Jegliche Diskussionen mit Ihm waren erfolglos und wir mußten auf den Reisemobilstellplatz (ca. 750m weiter hinten) umziehen. Gegen 08.00 Uhr machten wir uns mit  Duschzeug auf den Weg zum Hotelzimmer von Günther und Manfred. Anschließend wurde das Hotelzimmer geräumt, die Schlüssel abgegeben, und im Restaurant des Hotels (wieder an anderer Stelle) gefrühstückt. Nach dem Frühstück begann der lange Weg zum Reisemobil.

Fahrzeugpräsentation

Auf einem Parkplatz vor dem Hotel Relais Mont Saint Michel fand die Präsentation der neuen Rapidomodelle statt.


Campingplatz in Brehal Plages

Nach dem Ende der Veranstaltung wollten noch einige Händler einen Kneipenzug am Mont Saint Michel machen. Wir haben uns für die Abreise entschieden. Die vierte Etappe führte über Avranches und Granville nach Brehal Plages, ein Seebad an der Westküste der Halbinsel Cotentin. Hier fanden wir einen Stellplatz gleich hiter den Dünen.

Campingplatz Brehal Plages



Strand in Brehal Plages

Das Frühstück, auf dem Campingplatz waren Baguette und Croissant erhältlich, wurde im Reisemobil eingenommen, da es an diesem Morgen recht stürmisch war. Anschließend folgte noch ein kleiner Bummel am Strand. Als wir die Dünen überquerten mußten wir aufpassen, daß uns der Wind nicht umweht.


Vierte Etappe

Fünfte Etappe


Caen ist die Hauptstadt der französischen Region Basse-Normandie und mit 114000 Einwohnern die größte Stadt im Département Calvados. Außerdem ist sie Sitz der Präfektur des Départements.
Der Name der Stadt, Caen, ist altkeltisch und bedeutet soviel wie Schlachtfeld. Bereits zur Zeit der Kelten, sowie im 11. Jahrhundert und zu anderen Zeiten war Caen Schauplatz heftiger Kämpfe.
Caen war die Hauptstadt des Herzogtums Normandie. Wilhelm der Eroberer eroberte England im Jahr 1066 und baute in Caen ein Schloß sowie eine Abtei für Frauen (Abbaye aux dames) und eine für Männer (Abbaye aux hommes), in welcher er auch begraben wurde. Später, während der französischen Revolution, wurde sein Grab jedoch zerstört und seine Gebeine gingen verloren, Wilhelms Grabstein ist jedoch bis heute in der Kirche zu besichtigen. Er ließ die Klöster bauen, um nach seiner beim Papst unliebsamen Heirat mit seiner Cousine Mathilde Sühne zu leisten. Beide Klöster gehören zu den wichtigsten Baudenkmälern der Normandie und werden heute – von den Mönchen bzw. Nonnen während der französischen Revolution verlassen – als Pfarrkirchen genutzt.
Ende des Zweiten Weltkriegs während der Schlacht um Caen war Caen Schauplatz heftiger Kämpfe, in deren Verlauf die Stadt fast völlig zerstört wurde. Briten und Kanadier eroberten die Stadt am 9. Juli 1944. Der Wiederaufbau dauerte offiziell von 1948 bis 1962.

Trouville sur Mer an der Côte Fleurie

Die fünfte Etappe führte uns zunächst auf die N175 bis nach Caen, haben wir auf der Stadtautobahn umfahren, und dann weiter die Blumenküste entlang bis nach Trouville sur Mer, einer Kleinstadt im Département Calvados. Trouville liegt etwa 200 km nordwestlich von Paris entfernt und zählt 5.500 Einwohner.

Frische Meeresfrüchte aus Trouville


Trouville ist ein mondäner Badeort an der französischen Küste des Ärmelkanals mit Sandstrand. Im Gegensatz zu Deauville, einem Ort in unmittelbarer Nachbarschaft am anderen Ufer der Touques und 1859 vom Architekten Brunet auf dem Reißbrett entworfen, ist Trouville ein historisch gewachsener Fischerhafen. Während Deauville mit Regatten und Pferderennen schon früh Urlauber anlockte und mit einer Eisenbahnverbindung von Paris aufwartete, konnte Trouville erst die Aufmerksamkeit der Städter auf sich lenken, als Eugène Cornuché im ausgehenden 19. Jahrhundert dort ein Spielcasino eröffnete. Nun wurde der Ort immer beliebter, wovon zahlreiche Prachtbauten der Jahrhundertwende zeugen. Für Touristen aus England wurde ein (heute nicht mehr vorhandener) Pier angelegt, der die Passagiere der Fähren aus Le Havre aufnehmen sollte. Ein bekanntes Hotel am Pier waren die Roches Noires.

Campingplatz in Fécamp

Nach unserem Stadtbummel in Trouville führte die Etappe weiter über Honfleur, die "Pont de Normandie" nach Fécamp, wo wir oberhalb der Kreidefelsen eine schönen Campingplatz fanden.

Sechste Etappe
Karte 1

Campingplatz Fécamp



Blick über Fécamp


Fécamp ist eine Stadt im französischen Département Seine-Maritime in der Region Haute-Normandie und hat etwa 22.000 Einwohner. Die Gründung Fécamps geht zurück auf die Normannen. Wilhelm Langschwert, Sohn des Wikingers Rollo, ließ eine Kirche und ein Kloster errichten, wo der Legende nach das Meer einen Feigenbaumstamm antrieb, der wieder Wurzeln schlug. In einer Ritze des Baums wurde ein Gefäß gefunden, das einige Blutstropfen Jesu Christi enthalten soll. Angeblich hat Josef von Arimathäa das Blut aufgefangen und das Gefäß während der Christenverfolgung in dem Feigenbaum versteckt. Abtei und Kirche wurden wegen des großen Pilgerandrangs mehrfach erweitert. Wegen der prächtigen Ausstattung der Pilgerstätten wurde Fécamp mit Jerusalem verglichen.

Sonnenuntergang über dem Ärmelkanal

Nach dem Abendessen haben wir noch einen Stadtbummel durch Fécamp unternommen. Der Weg führte vom terrassierten Campingpltz die Steilküste hinab, die Strandpromenade entlang bis zum Hafen und anschließend durch die Stadt zurück.


Nach dem Frühstück setzten wir die Reise fort. Die sechste Etappe führte uns auf die Küstenautobahn,  anschließend über Abbeville, Boulogne und Calais zunächst nach Eperlecques, ein kleiner Ort im Ladesinneren in der Nähe von Saint Omer.

Sechste Etappe
Karte 2


Boulogne-sur-Mer ist eine Hafenstadt am Ärmelkanal im Norden Frankreichs. Sie gehört zum Département Pas-de-Calais und hat 46000 Einwohner
Der ursprüngliche Name des Ortes ist Gesoriacum. Im 4. Jahrhundert war er im römischen Reich als Bononia bekannt und diente als Haupthafen für die Verbindung zwischen Britannien und dem Rest des Reichs. Der Kaiser Claudius nutzte die Stadt als Basis für die römische Invasion Britanniens.
Im Mittelalter war Boulogne das Zentrum der gleichnamigen Grafschaft. Einer der Grafen von Boulogne wurde, zur Zeit der Kreuzzüge, unter dem Namen Balduin I. (Jerusalem) der erste König des Königreiches Jerusalem. Wirkliche Bedeutung errang Boulougne-sur-Mer jedoch erst, nachdem Balduin II., Graf von Flandern, 918 eine Burg errichten ließ, die von Nachfahren im 13. Jahrhundert zum Schloß ausgebaut wurde, in dem sich heute ein historisches Museum befindet.
Boulogne-sur-Mer besitzt am nördlich der Stadt befindlichen Hafen, der zugleich der größte Fischereihafen Frankreichs ist, ein eindrucksvolles Meeresaquarium namens Nausicaa. Ebenfalls nördlich der Stadt erinnert die 1841 errichtete Säule Colonne de la Grande Armée an die 1803-1805 von Napoléon I. geplante Invation Englands.


Le Blockhaus in der Nähe von Eperlecques

Am 3. Oktober 1942 fand in Peenemünde der erste erfolgreiche Start der A-4 Rakete (V-2) statt. Zu dieser Zeit begann der Umschwung im Luftkrieg und die Luftwaffe hatte immer mehr Probleme, die Luftherrschaft über den besetzten Europa aufrecht zu erhalten. Zudem wurde fast die komplette Luftflotte für den Vernichtungsfeldzug im Osten gebraucht. Mit den Raketen wollte man den Bombenkrieg gegen England wieder aufleben lassen. Der Entwickler Wernher von Braun und General Dornberger führten Hitler einen Film des Starts vor – Hitler war beeindruckt und gab am 22. 12. 1942 Befehl zum Bau von zwei Abschußbunkern. Für den ersten Bunker wurde die Gegend von St. Omer gewählt – das lag nahe genug am Kanal und damit an England und weit genug im Inland, um eine gewisse Tarnung zu gewährleisten. Außerdem gab es hier bereits die wichtigen Bahnlinien, die für die Versorgung der Anlagen unerläßlich waren. Zu diesem Zeitpunkt dachte man noch, daß man einen festen Platz zum Start der Raketen benötigen würde, da eine Startbereitung um die sieben Stunden dauerte und feste Gerätschaften dafür benötigt wurden. Man hielt einen mobilen Abschuß erst mehrere Jahre später für machbar.

Le Blockhaus d´Eperlecques

Im Januar 1943 traf in St. Omer eine Sonderkommission aus Peenemünde ein. Sie entschied sich für Eperlecques als Standort des ersten Abschußbunkers. Pläne wurden erstellt und das Objekt als „Kraftwerk Nord West (KNW)“ benannt. Ende März rückte eine Arbeitseinheit in den Ort ein, ausgerüstet mit riesigen Baggern und gigantischen Betonmischern. Neben Arbeitern der Organisation Todt (OT) und des Reichsarbeitsdienstes (RAD) wurden für die eigentlichen Arbeiten vor allem Zwangsarbeiter und KZ-Insassen aus Frankreich, Belgien, Polen, Rußland, Jugoslawien und der Tschechei als Arbeitssklaven eingesetzt. Da das Gebäude am 31.10.1943 einsatzbereit sein sollte, wurde in zwei Schichten zu je zwölf Stunden ununterbrochen gearbeitet.

Abschußbunker in Eperlecques

Am 27.8.1943 griffen 185 B-17 Flying Fortress der 8th Air Force die Anlage an. 366 1000kg-Bomben gingen zwischen 18:45 und 19:42 Uhr auf und unmittelbar neben der Anlage nieder. Viele Arbeiter starben. Die Gegend ist noch heute von Kratern übersäht und bietet noch bis heute ein bedrückendes Bild der Zerstörung. Zwischen dem 30.8. und dem 7.9. erfolgten vier weitere Großangriffe. Im September mußte die OT schließlich bekannt geben, daß der Nordteil der Baustelle nicht mehr wiederherstellbar wäre. Doch das war nicht das Ende für die Anlage Eperlecques. Noch im Oktober wurde ein Weiterbau des südlichen Teils beschlossen, nun aber nicht mehr als Abschußbunker sondern als Fabrik für flüssigen Sauerstoff zur Versorgung der V2.
Hierzu wurde eine damals neue Bautechnik eingesetzt: Zuerst goß man das riesige, fünf Meter hohe Dach, dann wurde dieses durch Tunnel unterhöhlt und mit Hilfe von hydraulischen Winden um fünf Meter angehoben. Unter dem Schutz des Daches wurden nun die Bunkerwände gegossen. Reichten die Wände bis zum Dach, wurde dieses nochmals um 5 Meter angehoben und die Mauern weiter aufgegossen. Alle Arbeiten liefen dabei unter dem Schutz des Daches. Das „Wachstum“ des Gebäudes war durch die Luftaufklärung kaum zu verfolgen. Im Januar 1944 war der Bunker außen fertiggestellt, nun begann der Innenausbau. Ab Februar erfolgten nun immer wieder Angriffe gegen die Anlage, insgesamt 20 schwere Angriffe bis August. Am 19.6. und am 27.7.1944 wurde der Bunker auch von britischen Bombern mit den berühmten 6 Tonnen „Tall Boy“ Bomben angegriffen. Alle Angriffe konnten der Anlage nichts mehr anhaben. Am 6. 9. 1944 wurde Eperlecques befreit. Die Anlage war nie in Betrieb.

Eperlecques und Wizernes


La Coupole in der Nähe von Wizernes

Nach dem Angriff auf Eperlecques wurde eine neue Stelle für einen sicheren Abschußbunker für die V2 gesucht. Man blieb in der Gegend von St. Omer. Am 27.8.1943 wurde der Bau beschlossen. In Helfaut-Wizernes wurde im Januar 1944 an der Oberfläche eines Plateaus eine Betonkuppel mit über 70m Durchmesser gegossen. Die Anlage wurde „Schotterwerk Nord West(SNW)“ genannt. Danach höhlte man den Fels unter der Kuppel langsam aus. Gleichzeitig trieb man verschiedene Stollen in den Berg hinein. Auch hier wurden die Arbeiten von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlinge aus allen besetzten Gebieten unter unmenschlichen Bedingungen ausgeführt. Die aus Nordhausen (KZ Dora) ankommenden V2 Raketen sollten hier betankt und aus der Anlage heraus gestartet werden. Die vorhandene Infrastruktur sollte eine Abschußquote von bis zu fünfzig Raketen am Tag sicherstellen. Fünfhundert Raketen sollten gelagert werden können. Dazu sollte das Bauwerk mit zwei Abschußanlagen (Gretchen und Gustav) ausgestattet werden. Die innerhalb der Bunkeranlage fertig betankte und versorgte Rakete sollte auf einer der beiden Rampen dann in kürzester Zeit gestartet werden. Ab März 1944 wurde Wizernes schwer bombardiert, unter anderem mit den „Tall Boy“ Bomben der Briten. Hierbei kam es zu keinem größeren Schaden an der Anlage, lediglich der Kreidefelsen in der Nähe der Kuppel brach bei einem „Tall Boy“ Angriff in sich zusammen. Am 28. Juli wurde der Bau gestoppt, eine Rakete ist hier nie gestartet.

La Coupole

Das „Zentrum für Kriegs- und Raketengeschichte La Coupole“ ist das modernste Museum zur Geschichte der V-Waffen am Pas-de-Calais. Gezeigt werden neben einer original V1 und einer V2 vor allem Dioramen und Multimedia-Schauen zum Thema. Was man in den vorhergehenden Museen nicht ganz verstanden hatte, hier wird es in mehreren Sprachen erklärt. Man sollte sich Zeit lassen für die verschiedenen Stationen. Besonders erwähnenswert sind die vielen beweglichen Bunkermodelle, an denen die vorgesehene Funktionsweise erläutert wird. Auch die Darstellung der verschiedenen Bauweisen ist sehr interessant und nur hier zu finden. Deutschsprachiger Museumsführer erhältlich.


Original Aggregat 4 (V2)

Das Aggregat 4, bekannter als V2 war die erste funktionierende Großrakete. Sie wurde vom NS-Regime als ballistische Artillerierakete großer Reichweite konzipiert und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in großer Zahl eingesetzt. Sie gilt außerdem als erstes Objekt, welches den suborbitalen Raum erreichte.
Die A4 war 14 m hoch und hatte eine Masse von 13,5 Tonnen. Sie bestand aus Spanten und Stringern, die mit dünnem Stahlblech beplankt waren. Die Rakete bestand aus 4 Baugruppen: Dem Segment mit dem Raketenmotor, der Schubdüse und den Lenk- und Stabilisierungsflossen, der Treibstoffzelle, welche die beiden Kraftstofftanks aufnahm, dem Geräteträger, der die Steuerung beherbergte und dem nicht abtrennbaren Gefechtskopf an der Spitze.
Vier Strahlruder aus Graphit direkt im Gasstrom und die vier Leitwerke sorgten für die Stabilisierung des Flugs. Sie wurden über Servomotoren bewegt, welche ihre Steuerinformationen von den zwei Gyroskopen in der Raketenmitte erhielten. Ein Kreisel war für die Querruder-Achse und der andere für die Seiten- und Höhenruder-Achse zuständig. Wenn die Rakete aus der eingestellten Route hinausflog, wurde das von den Gyroskopen registriert und die Servomotoren der Strahlruder und Leitwerke zur Korrektur des Kurses angesteuert.
Die beim Start eingestellte Zeitschaltuhr sorgte dafür, daß der Neigungswinkel über dem Ziel verändert wurde, also die Rakete auf das Ziel kippte.
Das Aggregat 4 war eine Flüssigkeitsrakete und wurde mit Alkohol und Sauerstoff angetrieben. Die Rakete erreichte nach einer Brenndauer des Raketentriebwerks von ca. 60 Sek. ihre Höchstgeschwindigkeit von ca. 5.500 km/h (etwa Mach 5). Da der gesamte Flug bei einer Reichweite von 250-300 km nur 5 Minuten dauerte, gab es keine Abwehrmöglichkeit gegen die Rakete.
Die 1.000 kg Sprengstoff waren in der Raketenspitze untergebracht.


Original Fieseler 103 (V1)

Die V1, auch als Fliegende Bombe, Fieseler Fi 103, Kirschkern oder Dynamitmeteor bekannt, ist eine Bezeichnung für ein unbemanntes, sprengstoffbeladenes Flugzeug und war damit die erste (heute als Marschflugkörper bezeichnete) Waffe dieser Gattung, die im Krieg eingesetzt wurde.
Die V1 wurde in Deutschland entwickelt und im Zweiten Weltkrieg von Juni 1944 bis März 1945 eingesetzt. Sie startete normalerweise von einer Startrampe aus, später wurde sie auch von Flugzeugen aus abgesetzt.
Das fertige Flugzeug war ein, für die damalige Zeit, durchaus komplexes Gerät mit einer automatischen Kreisel-Kurssteuerung; ein kleiner Propeller an der Spitze trieb ein Zählwerk zur Reichweitenkontrolle an.
Das Triebwerk war ein so genanntes Verpuffungstriebwerk (keine Rakete, sondern ein intermittierendes Pulso-Schubrohr - erfunden von Paul Schmidt). Damit es ansprang, wurde eine Startmenge Kraftstoff eingespritzt und elektrisch per Zündkerze gezündet. Aufgrund der gasdynamischen Vorgänge lief das Triebwerk nach kurzer Zeit alleine weiter, es war in Resonanz geraten. Sobald der Unterdruck im Triebwerk einen bestimmten Wert erreicht hatte, öffnete er ein federbelastetes Ventil; die angesaugte Luft wurde mit Kraftstoff versetzt und dort von den teilreflektierten Restgasen des letzten Zyklus gezündet: daher auch das typische Geräusch, das die Londoner bald fürchten lernten. Fast schlimmer aber war es, wenn das Geräusch aufhörte, denn dann hatte der Reichweitenmesser das Triebwerk abgestellt und die Bombe würde gleich irgendwo einschlagen.

Siebente Etappe

Da an diesem Abend das Endspiel der Fußball EM stattfand, wollten wir eine Autobahnraststätte anfahren, um uns, nach dem Abendessen, dort das Spiel anzuschauen . Zu unserem Entsetzen stellten wir fest, daß die Raststätte ab 21.00 Uhr und die Tankstelle ab 22.00 Uhr ihre Türen schlossen.


Frühstück auf der Raststätte

Die siebente und letzte Etappe führte dann durch Belgien, über Aachen, das Ruhrgebiet und Hannover nach Braunschweig, wo wir gegen 19.30 Uhr eingetroffen sind.

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